Mittwoch, 04. August 2021, 09:39 Uhr
von Simone

Willkommen in Ludwigsburg, Herr Bürgermeister

Leserbrief zum LKZ-Bericht "Stadtverwaltung: Sebastian Mannl macht das Rennen" über neuen Bürgermeister für Mobilität vom 29.07.2021
Eigene Aufnahme, Konstanz.

Ludwigsburg hat einen neuen Mobilitäts-Bürgermeister, dessen Sofortprogramm für den Klimaschutz die Entsiegelung von Parkplätzen ist. Interessant. Ich als Laie war bislang davon ausgegangen, dass es im Verkehrssektor in erster Linie eine deutliche Reduktion des motorisierten Individualverkehrs braucht, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren, aber gut, man lernt nie aus.

Wenn der neue Leiter des Dezernats III sein Amt jedoch bereits in der Überzeugung antritt, dass die Zahl der Autos in den kommenden Jahren sogar noch zunehmen wird, wie in der LKZ zu lesen war, nennt man das in der Psychologie, soweit ich weiß, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

"Man müsse die Wirtschaft funktionsfähig halten", heißt es dann noch vom frischgebackenen Bürgermeister Mannl - dass Sätze wie dieser, selbst unter dem unmittelbaren Eindruck der jüngsten Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz, offenbar immer noch salonfähig sind, spricht Bände darüber, wo wir bewusstseinsmäßig in der Klimadebatte stehen. Frei nach dem Motto "Wollen wir wirklich die Wirtschaft zerstören, nur um den Planeten zu retten?!".

Lieber Herr Bürgermeister Mannl: Klimaschutz und Wirtschaft gegeneinander auszuspielen ist sowas von Achtziger! Umgekehrt wird ein Schuh draus: Ein toter Planet ist auch schlecht für die Wirtschaft. Das sollte uns ganz besonders am heutigen Welterschöpfungstag, vor Augen sein: Jeder Manager, der so mit den Ressourcen seiner Firma umginge, dass nach kaum mehr als einem halben Jahr sämtliche Rücklagen aufgebraucht sind, würde umgehend gefeuert, weil klar ist, dass das nicht auf Dauer gut gehen kann.

Von Nora.